14 Jun 2026
GlüStV 2021 unter der Lupe: Die laufende Evaluierung durch alle 16 Bundesländer

Deutschlands 16 Bundesländer haben die systematische Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags von 2021 aufgenommen und bewerten dabei zentrale Bereiche wie Lizenzvergabe, Werbebeschränkungen sowie Produktvorgaben, während sie prüfen, ob die strengen Regeln Ziele wie Kanalisierung und Spielerschutz erreicht haben. Die Evaluierung läuft seit mehreren Monaten und erfordert einen umfassenden Bericht bis zum 31. Dezember 2026. In Juni 2026 stehen weitere Abstimmungen zwischen den Ländern an, die den Fortschritt der Bewertung dokumentieren sollen.
Der Stand der Bewertung und beteiligten Akteure
Die Länder analysieren Daten zu Lizenzierungsverfahren, Werbekampagnen und angebotenen Spielen, um festzustellen, ob die Regulierungen den Schwarzmarkt eindämmen und den Schutz von Spielern verbessern konnten. Experten von Regulierungsbehörden und Betreibern tauschen sich dabei regelmäßig aus, was zu einem verbesserten Dialog geführt hat, während gleichzeitig Erwartungen bestehen, dass nur gezielte Anpassungen erfolgen, etwa bei Einsatzlimits für Slots oder Einzahlungsobergrenzen. Größere Reformen des Vertrags werden derzeit nicht erwartet.
Lizenzierung und Werbebeschränkungen im Fokus
Die Prüfung der Lizenzvergabe umfasst die Anforderungen an Anbieter von Online-Spielen, während die Werbebeschränkungen darauf abzielen, minderjährige Personen und gefährdete Gruppen zu schützen. Daten aus den ersten Evaluierungsphasen zeigen, dass die Kanalisierung in regulierte Angebote teilweise gelungen ist, doch Lücken bestehen weiterhin. Beobachter aus den Landesbehörden berichten von anhaltenden Herausforderungen durch unregulierte Anbieter, die den legalen Markt beeinflussen.
Produktregeln und Auswirkungen auf den Markt
Bei den Produktregeln untersuchen die Länder Einsatz- und Einzahlungslimits sowie die Vielfalt erlaubter Spiele, darunter Online-Blackjack und Tischspiele. Die 5,3-Prozent-Einsatzsteuer stellt für Betreiber eine Belastung dar, die die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ausländischen Angeboten mindert. Branchenberichte weisen darauf hin, dass diese Steuer die Attraktivität regulierter Plattformen verringert und damit die Kanalisierung erschwert. In Juni 2026 werden weitere Sitzungen der Ländervertreter erwartet, um erste Ergebnisse zu diesen Punkten zu besprechen.

Die Bewertung berücksichtigt auch, wie strengere Limits den Spielerschutz stärken könnten, ohne den legalen Markt unattraktiv zu machen. Forscher von Instituten wie der European Gaming and Betting Association haben in vergleichbaren Studien festgestellt, dass ausgewogene Regeln sowohl Schutz als auch Marktstabilität fördern. Aktuelle Analysen zum GlüStV bestätigen, dass nur punktuelle Änderungen im Gespräch sind, etwa bei Slot-Einsätzen oder Einzahlungscaps.
Schwarzmarkt und steuerliche Herausforderungen
Besorgnis erregt die Aktivität auf dem Schwarzmarkt, die durch hohe Steuern und strenge Limits begünstigt wird. Die 5,3-Prozent-Steuer auf Einsätze beeinträchtigt die Rentabilität von Spielen wie Blackjack und reduziert die Konkurrenzfähigkeit deutscher Anbieter gegenüber internationalen Plattformen. Die Bundesländer sammeln Daten zu diesen Effekten, um im Abschlussbericht 2026 konkrete Empfehlungen vorzulegen. Berichte der EGBA zeigen vergleichbare Entwicklungen in anderen europäischen Märkten, wo steuerliche Belastungen ähnliche Verschiebungen verursachten.
Erwartete Anpassungen bis 2026
Die Evaluierung zielt darauf ab, die Wirksamkeit der Regulierungen zu messen und gegebenenfalls Nachjustierungen vorzuschlagen. Experten gehen davon aus, dass der Dialog zwischen Behörden und Betreibern zu praktikablen Lösungen führt, die den Schutz verbessern, ohne den Markt zu schwächen. Bis Dezember 2026 sollen alle 16 Länder ihre Beiträge in den Gesamtbericht einfließen lassen, wobei Juni 2026 als Zwischenmeile wichtige Abstimmungen bringt.
Schlussfolgerung
Die Überprüfung des GlüStV 2021 durch die Bundesländer schreitet planmäßig voran und liefert bis Ende 2026 einen detaillierten Bericht zu Lizenzierung, Werbung und Produktregeln. Die Ergebnisse werden zeigen, ob die Ziele Kanalisierung und Spielerschutz erreicht wurden, während steuerliche und marktrelevante Aspekte weiterhin im Blick bleiben. Die Entwicklungen in Juni 2026 geben erste Hinweise auf den finalen Inhalt des Evaluationsdokuments.